Das Prinzip der SABA - Automatic wird im Abschnitt 6.01 beschrieben.
Im Modell Konstanz Automatic 8 kam jedoch eine einfache Ausführung  des Suchlaufs zur Realisierung. Wer die Automatikfunktion tatsächlich benutzen möchte, wird ein Modell mit der sogenannten "Steuerwippe" bevorzugen. Hier läuft der Suchlauf nach einmaligem Antippen der Wippe von selbst und wird spätestens am Ende der Skala automatisch gestoppt. Es gibt aber auch Modelle ohne Endabschaltung.
Die Steuerwippe ist die Voraussetzung für den Anschluss einer Kabelfernbedienung, die in den Modellen der Oberklasse zur Verfügung steht. Wesentliches Element der Steuerwippe ist ein Elektromagnet, der die Wippe entweder hält oder löst. Diese Technik wird auch in der Fernbedienung realisiert. Damit wird nicht nur der Suchlauf, auch die Lautstärke wird mit einem weiteren Motor ferngesteuert.

Bei der Prüfung der Automatic kann man wie folgt vorgehen:

  1. Die Mechanik wird auf Leichtgängigkeit untersucht, bzw. leichtgängig gemacht. Beim Drehen des Senderwahlknopfes darf in ausgeschaltetem  Zustand (der Automatik) kein nennenswerter Widerstand gespürt werden. Die gegeneinander verspannten Zahnradpaare des Motorgetriebes müssen auf die Beweglichkeit geprüft und evltl. gereinigt und geschmiert werden, damit keine Schnarrgeräusche auftreten. Bei einigen Motoren bestehen diese Zahnräder aus Metall, was häufig eine Abnutzung des Ritzels zur Folge hat. Den Austausch eines Motors braucht man nicht zu scheuen, er ist einfach zu bewerkstelligen. Es wurden auch über verschiedene Modelljahre gleiche Ausführungen der Motore eingebaut. Falsche Materialien beim Ersatz der Skalenseile können ebenfalls zu einer mit Geräuschen verbundenen ungenauen Arbeitsweise der aut. Scharfeinstellung führen.
  2. Die Geschwindigkeit des Such- bzw. des Schnellaufes wird von den folgenden Merkmalen beeinflusst: Die Motorkondensatoren, die Wechselspannung und die Qualität der Motorröhre.
  3. Funktionsstörungen hingegen können mehrere Ursachen haben, häufig liegt es an einem der vielen Kontakte der Steuerwippe, die verschmutzt, verbogen oder auch aus der Halterung gebrochen sein können. Weiter gibt es die ganz normalen Ursachen durch defekte Bauteile, vor allem Kondensatoren. Schnellauf, Suchlauf und Scharfabstimmung können relativ unabhängig voneinander geprüft werden, was die Fehlersuche erleichtert. Man prüft aber stets zuerst die Funktion der Scharfabstimmung, die übrigens selten völlig versagt. Störungen können auch nur in einer Laufrichtung auftreten, was dann meistens an einem Kontakt liegt.
  4. Ein Nachgleich des Steuerfilters ist relativ häufig erforderlich, aber nicht schwierig. Man sorgt durch Drehen am richtigen Kern dafür, dass die Scharfabstimmung auch beim größten Ausschlag der Anzeigeröhre erfolgt und der Motor nach beiden Richtungen gleich stark wirkt. Durch die äußeren Löcher im Gehäuse des Steuerfilters wird die Kopplung der Kreise eingestellt. diese Löcher sind überklebt, weil man diese nicht verändern sollte. Durch das zweite Loch (von außen nach innen) justiert man die Mittigkeit der automatischen Scharfabstimmung. Damit erreicht man, dass der Motor den Sender bei maximalem Ausschlag der Anzeigeröhre fängt. Wenn nicht ein eifriger Bastler das Steuerfilter total verstellt hat, reicht die Justierung am Loch zwei (jeweils für AM und FM) unter Beobachtung der Anzeigeröhre und feinfühligem Festhalten des Abstimmknopfes aus.
Der Steuermotor selbst ist leider keine seltene Fehlerursache.
Windungsschluss zählt zu den häufigsten Problemen. Hier hilft der Austausch
Aber auch zum Reinigen und gangbar machen kann der Motor in wenigen Minuten ausgebaut werden.
Man löst eine Masseverbindung (im Bild rechts) und eine weitere, die mit einer Schraube am Mitnehmer der Motorwelle (s. Bild links) befestigt ist.  Dann werden die Anschlussdrähte der Motorwicklungen abgelötet, sie sind durch die verschiedenen Farben unverwechselbar. In manchen Modellen ist auch eine Mittelanzapfung mit einem Draht belegt. Man nutzt die Gelegenheit und misst die Kapazität der Motorkondensatoren, die jetzt einseitig abgelötet sind (hier: der blaue und der dicke grüne Draht). Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Werte der  Motorkondensatoren sehr genau stimmen müssen.
Sodann werden die drei Befestigungsschrauben gelöst und der Motor mit einem Schraubendreher von den klebenden Gummidämpfern abgehoben.
Die Plastikkappe über dem Getriebe wird mit nur einer Schraube gehalten.

Im Bild rechts sind die Anschlussdrähte der Wicklungen für das Steuerfeld und das Festfeld des Motors sichtbar. Was im Schaltplan aussieht wie eine Wicklung mit  Mittelanzapfung, sind inder Realität zwei sich gegenüber liegende Spulen. Der Motor hat also insgesamt vier Wicklungen (Spulen), von denen die sich gegenüberliegenden in Reihe geschaltet sind (über die roten Anschlussdrähte).

Im Buch beginnen die Hinweise zu einigen kniffligen Reparaturen mit dem Satz: "Wer sich vor nichts fürchtet ..."

Wer sich vor nichts fürchtet, baut den Motor  bei defektenWicklungen soweit auseinander, bis die Wicklungen abgenommen werden können, um diese gegen eventuell vorhandenen Ersatz auszutauschen. Meistens sind nur die Spulen des Festfeldes defekt, sodass man von zwei defekten Motoren einen retten kann.
Das Bild links zeigt die schon erwähnten vier Spulen. Sie werden beidseitig mit Federn (s. Kennzeichnung im Bild) gehalten (insgesamt 8 Stück) und können abgenommen werden. Dabei ist auf die Isolierfolie (Hostaphan) zu achten. Es gibt auch Varianten, bei denen Federklemmen (4 Stück) in der Mitte zwischen die Pole des Ankers geklemmt werden.
Die Anschlussdrähte befinden sich auf der Rückseite, sie werden wie folgt an die im Bild oben rechts sichtbaren 6 Lötösen geführt:
Ganz links: gelb Spule 3
2. von links: gelb Spule 1
3. von links: rot Spulen 1 und 3 (Steuerfeld)
4. von links: rot Spulen 2 und 4 (Festfeld)
5. von links: gelb Spule 4
Ganz rechts: gelb Spule 2
Intakte Spulen habe einen Ohmschen Widerstand von ca. 1000 Ohm.

Zur Demontage muss das Getriebe abgenommen werden, erst dann kann der Stator (Bild links) abgenommen werden. Das Bild unten zeigt eine bereits ausgebaute defekte Spule. Wie erwartet, ist der Spulenkörper einer Spule verschmort und ließ daher Kontakt der Wicklung zum Eisenkern zu (s. Markierung). Eine neue Isolierung hilft hier nicht, weil sich auch schon ein Windungsschluss in der Spule eingestellt hat. Man kann nun entscheiden, ob man nur eine Spule oder den kompletten Stator auswechselt. Das Bild unten zeigt auch, dass vier Spulen mit gleicher Kennzeichnung einbebaut wurden, bzw.diese falsch gestempelt wurden. Ein typischer Montagseffekt. Das ist egal, solange man nur immer die gegenüberliegenden Spulen zusammenschaltet und im Uhrzeigersinn zählt.
Beim Zusammenbau des Getriebes müssen beide Zahnräder wieder verspannt werden, was Geduld und viele Finger erfordert.


Man hat nun die Chance, auch den Motor im Detail zu reinigen und zu restaurieren.


Die Suche nach Fehlern kann mühsam werden, weil es viele Schaltungsvarianten gibt. Auch wenn der Motor in Ordnung ist, kann es sein, dass nicht alle Funktionen zur Verfügung stehen oder der Motor nur in eine Richtung oder zu langsam läuft. Die Funktionen können wie folgt gegliedert werden: Wenn keine Fernbedienung benutzt wird, sollte die Automatik nach Einstellung des Senders wieder ausgeschaltet werden.
Das folgendeBild zeigt ein Schaltungsbeispiel (Freiburg 125,11,12,14) mit Steuerwippe:
Die hier gewählte Darstellung des Motors lässt die Anordnung der vier Spulen gut erkennen.

Die Scharfabstimmung. Die am Gitter der Triode der ECL80 liegende Zf-Spannung wird mit einer 50Hz Wechselspannung (über die beiden 1MOhm- Widerstände) moduliert. Dieser Röhre folgt das Steuerfilter mit Diskriminator. Im Nulldurchgang des Diskriminators, bei exakter Sendereinstellung, ist die Wechselspannung = 0. Bei einer Frequenzabweichung liegt eine 50Hz Wechselspannung am Steuergitter der Pentode, deren Betrag und Phase proportional zur Verstimmung sind. Dadurch wird der Motor immer auf der Mittenfrequenz gehalten. Versucht man, den Senderwahlknopf zu betätigen, so muss man entsprechend einen (gefühlten) Widerstand überwinden. Dieser Widerstand sollte für beide Drehrichtungen gleich stark sein. Ist das nicht der Fall, so gleicht man das Steuerfilter entsprechend nach. Das klingt kompliziert, aber diese Funktion ist selten gestört. Ein geringfügiger Nachgleich, wie beschrieben, ist aber relativ oft erforderlich. Die Justierung der Scharfabstimmung muss für den FM und AM, Bereich gesondert erfolgen.

Das Relais der Steuerwippe wird über die Anode der EABC80 angesteuert. Wird die Steuerwippe nicht betätgt, ist das Triodengitter negativ vorgespannt, das Relais ist stromlos. Sobald aber an der Anoder der Pentode eine Wechselspannung liegt, sorgt der Gleichrichter Gr.701 für eine positive Gleichspannung am Triodengitter. Der Anodenstrom sorgt für den Haltestrom des Relais. Es reicht nur für den Haltestrom, d.h., das Relais zieht nicht selsttätig an sondern wird nur gehalten, wenn die Steuerwippe betätigt wurde. Nach Loslassen der Tasten bzw. des Schiebers liegt daher die Suchlaufspannung über die Kontakte der Steuerwippe und einen Widerstand weiter am Gitter der Pentode, bis ein Sender gefunden wird. Dann fällt das Relais ab, die Suchlaufspannung entfällt, der Rest wird durch die Scharfabstimmung erledigt.
Spricht die Steuerwippe nicht an, so muss auch der Anodenstromkreis der EABC80 und auch die Röhre selbst geprüft werden. Bei gezogener Röhre muss am Stift 9 des Röhrensockels die volle Anodenspannung anliegen. Im Schaltplan ist sowohl diese, als auch die Spannung bei angezogener Steuerwippe angegeben. Auch die positive und negative Spannung am Gitter (für beide Lastfälle) kann dem Schaltplan entnommen werden.

Der Suchlauf muss langsamer sein, als der Schnellauf. Das wird in dieser Schaltung durch einen Bremsstrom erreicht, der durch ein der Steuerwicklung wechselspannungsmäßig parallel liegenden 18KOhm Widerstand in Reihe mit einem 8uF Elko fließt.  Meistens ist nur der 18K Widerstand (ohne Kondensator) vorgesehen, aber auch mit verschiedenen Anschlussvarianten. Manche Schaltungen kommen ohne diesen Widerstand aus. Weiter zu beachten sind verschiedene RC-Kombinationen, die der Korrektur des Phasenganges dienen. Auch dabei findet man immer wieder unterschiedliche Lösungen. In oben gezeigtem Schaltbild ist das z.B. die Kombination C729 und R729
Die Endlagenschalter legen das Gitter der Triode wieder auf die negative Vorspannung, die Steuerwippe kehrt in die Ruhelage zurück.

Der Schnellauf wird über die äußeren Kontakte der Steuerwippe geschaltet. Lässt man die Schnellauftaste los, so läuft der Suchlauf weiter.

Die Endlagenschalter müssen unbedingt gereinigt, geprüft und bei Bedarf auch justiert werden. Das Bild oben rechts zeigt die Kontaktsätze für FM und AM (unten). Der Kontakt für die AM- Bereiche wird über eine Hebelmechanik betätigt, der FM- Kontakt direkt von Schaltnocken des Seilrades. Das muss nach einer eventuellen Demontage der Seilräder berücksichtigt werden.

Die Automatikfunktionen in den AM Bereichen sind nur bei ausreichendem Empfangssignal einstellbar. Eine häufige Ursache von schlechtem AM- Empfang liegt bei den Kontakten, die durch die durch die drehbare Ferritantenne betätigt werden. (S. Bild unten rechts)