Das Auswechseln von Kondensatoren
sollte, wie im Buch beschrieben, Stück für Stück geschehen, damit man nicht die Übersicht verliert. Insbesondere dann, wenn man keinen Schaltplan zur Verfügung hat. Aber auch auf diesen ist nicht immer Verlass, Grundig hat häufig bis zum letzten Tag am Klang gebastelt. Also nicht verzweifeln.
Sind die Kondensatoren dicht gepackt angeordnet kann es vorteilhafter sein, zunächst alle auszubauen (und zu messen). Das Bild zeigt ein Beispiel (Grundig) bei dem die Kondensatoren an einer 25-poligen Lötösenleiste teils übereinander eingebaut waren. Der Zettel ist dabei das Wichtigste, vor allem muß die Polung (Außenbelag) vermerkt werden.
Dieses Chassis gehört zu einem aufwendig neu lackierten Gehäuse, daher wurden alle Kondensatoren, die über die üblichen Toleranzen abwichen, ausgetauscht. Insbesondere in dem hier vorgefundenen komplexen Gegenkopplungsnetzwerk zur Klangformung.


Motorkondensatoren für die SABA Automaticsteuerung müssen sehr genau stimmen. Dies tun die von SABA verwendeten Exemplare in Rollenform meistens nicht mehr, die im Alu-Becher können oft verbleiben. Sowohl als Referenzobjekt als auch zum Ersatz setze ich die passenden Werte aus handelsüblichen Wechselstrom- (Entstör-) kondensatoren zusammen (s. im Bild rechts), die ich von CONRAD oder BÜRKLIN beziehe.

Auf Kondensatoren auf Pertinaxplatinen, den sogenanten gedruckten Schaltungen, wird im Buch auf Seite 39 hingewiesen. Man muss hier sehr aufpassen, dass sich die Leiterbahnen nicht ablösen. Diese Gefahr besteht schon beim einseitigen Ablöten für die Messungen. Daher kann es sinnvoll sein, wenn die Kondensatoren schon so schlecht aussehen wie im Bild unten links, gleich generell auszuwechseln. Das ist aber nur sinnvoll. wenn das Radio wieder für den täglichen Gebrauch tauglich sein soll.
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