Reparatur eines SIEMENS Flachgleichrichters
Wenn der Gleichrichter nicht mehr zu retten ist, können alle Selenstrecken durch Si- Dioden ersetzt werden. Dabei bleibt der Gleichrichter äußerlich im Originalzustand, die Anodenspannung muss aber durch Vorwiderstände, die (im Gegenstz zum im Buch gezeigten Beispiel) in diesem Gehäuse keinen Platz finden, einreguliert werden. Manchmal reicht ja auch die Umstellung auf 240V~ aus.

Bei den Vorwiderständen muss die Wärme nach Möglichkeit an das Chassis abgeleitet werden, wozu sich besonders die Widerstände für Chassismontage (s. im Bild unten) eignen. Bei der keramischen Bauform versucht man, den Widerstand durch eine Schelle an das Chassis zu drücken. Ist das nicht möglich, so können Widerstände zur Vergrößerung der Oberfläche parallel oder in Reihe geschaltet werden. Weil heute wesentlich kleinere Bauformen zur Verfügung stehen, wählt man ohnehin eine wesentlich höhere Belastungsfähigkeit (größere Bauform = größere Oberfläche) aus.
Wie im Buch gezeigt, sollte je ein Widerstand den Wechselstromanschlüssen vorgeschaltet werden. Ein Widerstand am "+" Ausgang des Gleichrichters ist aber auch möglich. Der erforderliche Wert des Widerstandes sollte vorher sehr genau ermittelt werden, weil die Widerstände für Chassismontage (auf die Spannungswerte achten!) nicht ganz billig sind.

Die Bilder unten zeigen den Einbau eines Lastwiderstandes (Belastung ca. 3 Watt) in zwei im Chassis vorhandene Bohrungen (Löcher). Somit wird das Chassis nicht verbastelt (keine irreversible Änderung) und die Wärmeableitung ist sichergestellt. Die Montage an der Innenseite stellt den Berührungsschutz sicher (Leerlaufspannung fast 400 Volt!). Bei diesem gezeigten Fall mussten ca 35 Volt vernichtet werden, der Netztrafo war nur auf 220 Volt einstellbar.

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Bei Flachgleichrichtern etwas dickerer Bauart (AEG, SEL,..) gelingt es, die Widerstände zum Verheizen der überschüssigen Spannung im Gehäuse mit den Dioden unterzubringen. Vitrohm Widerstände haben genau die passenden Maße, sodass die Wärmeableitumng sichergestellt ist. Andere Hersteller liefern evtl. geringfügig dickere Exemplare, die nicht mehr in das Gehäuse passen. Die Widerstände wurden vor die Wechselstromanschlüsse des Gleichrichters gelegt. Bei der Verwendung zweier Widerstände ist die Wärmeableitung besser und der erforderliche Wert lässt sich genau einstellen. Hier warenn nur zwei mal 39Ohm erforderlich, weil der Anodenstrom bei 130 mA liegt.

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Auf die originalen Anschlussfahnen wurde hier verzichtet, deren Verwendung ist aber möglich die Maßnahmen zur Isolierung werden dabei etwas kniffliger. Die Pertinaxplättchen wurden so zugeschnitten, dass die Widerstände Kontakt mit dem Gehäuse haben.